Europa Institut für Sozialwissenschaften & Partizipation

European Institute of Social Science & Participation

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Herzlich willkommen auf der Homepage vom Europa-Institut für Sozialwissenschaften und Partizipation (EISOP). Das EISOP ist ein gemeinnütziges non-profit Institut mit Sitz in Berlin.

Der Name ist Programm. Es geht uns um eine sozialpolitische und sozialwissenschaftliche Betrachtung und Analyse gegenwärtiger Entwicklungen und ihre konkreten Konsequenzen für die Menschen und ihre Lebenswirklichkeit. Wir bleiben aber nicht im Abstrakten stehen und führen keine Studien um ihrer selbst willen durch und entwickeln keine Thesen im Elfenbeinturm. Das direkte und parteiliche Engagement für und vor allem mit Menschen, die arm, wohnungslos, arbeitslos, diskriminiert und ausgegrenzt werden, ist zentraler Bestandteil unserer Arbeit.

Theoretisch wie praktisch befassen wir uns mit Strukturen der Selbsthilfe, Selbstorganisation, Partizipation und des Empowerment. Der  Sitz dieses Instituts ist Berlin, aber unsere Arbeit könnte überall stattfinden. Wir haben an uns selbst den Anspruch, eine Europäische Perspektive zu entwickeln und sind mit zahlreichen Korrespondentinnen und Partnern in ganz Europa und darüber hinaus verbunden. Wir verbinden Konzepte, Theorien und Methoden aus den Sozialwissenschaften mit konkreten gewaltfreien Aktionen und haben keine Berührungsängste. Wir sind demokratisch, basisorientiert, transparent & parteilich für Arme, Benachteiligte und Ausgegrenzte. Wir sind das  EISOP, das Europa-Institut für Sozialwissenschaften & Partizipation.

Für Hinweise, Anregungen, Kritik und Rückmeldungen sind wir jederzeit dankbar. Sie können gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Danke!

Dr. Stefan Schneider
stefan.schneider at eisop.org

European Year  for Cambatin Poverty and Social Exclusion 2010

 

Creative Commons LicenseWissen ist Macht. Wir teilen unser Wissen gerne mit anderen zu folgenden Spielregeln: Die Inhalte auf dieser Seite vom Europa-Institut für Sozialwissenschaften & Partizipation von Dr. Stefan Schneider stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

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Homeless Man - Quelle: Wiki-CommonsDr. Stefan Schneider

Zur Funktionalität der Klischees von Wohnungslosen im Spannungsfeld von medialer Aufmerksamkeit, Politik, Verwaltung und Sozialwirtschaft

Klischee und Realität. Die öffentliche Wahrnehmung armer und insbesondere wohnungloser Menschen ist von tiefgreifenden Ambivalenzen gekennzeichnet und ihre öffentliche Repräsentation folgt mehreren Schemata, die der Wirklichkeit nicht entsprechen: Der typische Wohnungslose ist eher älter, sicher männlich, meistens mehrfach defizitär und auf jeden Fall deutscher Staatsbürger – so das stereotype Bild. Tatsächlich sind die heutigen Wohnungslosen von heute eher jung, fast zur Hälfte weiblich, vielseitig kompetent und haben immer häufiger einen Migrationshintergrund oder sind tatsächlich Migrant_innen.
Vor allem im niederschwelligen Bereich und in den sogenannten Schattenzonen beträgt der Anteil von Migrant_innen unter den Wohnungslosen 50% und mehr, und selbst in den kostenintensiven Betreuungsangeboten ist der Anteil wohnungsloser Menschen mit Migrationshintergrund und nichtdeutscher Wohnungsloser stetig am Steigen.
Bericht, Geschäft und Hilfe. Die Akteure der Sozialwirtschaft reproduzieren dazu – aus geschäftlichem Interesse - ein Bild des Opfers, immer als Einzelfall und die Medien tendieren zur unkritischen Übernahme dieser Sichtweise und verkürzen einen komplexen Hilfeprozess zur situativen Wohltat. Die Politik ist nur zu gerne bereit, dieser Muster zu folgen und finanziert scheinbar günstig eine desintegrative Verwahrung nach dem Motto: Satt und Sauber. Der deutschlandweit wahrgenommene Skandal um die Treberhilfe ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Ein spezifisches Bild von defizitären Wohnungslosen wird dabei produziert im Wechselspiel von Medien, Sozialwirtschaft, Politik und Verwaltung und Sozialwissenschaft, mit weiteren problematischen Differenzierungen in den Ausgrenzungsdiskursen, die besonders nicht angepasste oder nicht erwünschte migrantische Wohnunglose betreffen.
Ausblick: Wohnungslos und Online. Weil die konventionellen Beteiligungsformen (Betroffenenvertretung, Repräsentanz) weder die tatsächlichen Ansprüche und Wirklichkeiten abbilden noch den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen, nutzen wohnungslose Pioniere das Internet und seine Instrumente, um sich, ihren Anliegen und Problemen gehör zu verschaffen: Twitter-Netzwerke, Facebook-Gruppen, Online-Portale und weitere Instrumente, deren Potential es abzuschätzen gilt.
Datenbasis (Auswahl)
FEANTSA
BAG-Wohnungslosenhilfe
AK Wohnungsnot
Droit Au Logement
Berber-Info
• Malyssek, Jürgen / Störch, Klaus: Wohnungslose Menschen: Ausgrenzung und Stigmatisierung. Freiburg i. Br. 2009
• Oberhuber, Florian: Die Erfindung des Obdachlosen: Eine Geschichte der Macht zwischen Fürsorge und Verführung. Wien 1999
• Schneider, Stefan: Wer Betroffenenbeteiligung will, muss Selbsthilfe fördern?! Mainz, Berlin 2010
• Schneider, Stefan: Interkulturelle Soziale Arbeit in offenen und niederschwelligen Angeboten der Wohnungslosenhilfe. Berlin, München 2010
• Schneider, Stefan: Mein Leben gehört mir! Reflexionen Wohnungsloser auf Krisenzeiten des 20. Jahrhunderts in originalen Zeugnissen. Berlin 2010.

Abstract zum Dreiländerkongress NEUER STRUKTURWANDEL DER ÖFFENTLICHKEIT der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie an Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck, 29.09.-01.10.2011 zum Panel II Muster sozialer Ungleichheit, Migration und Ausgrenzung

 

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